Claude Brechbühl

Fisch & Bank

Wenn Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen, entstehen im Spielzimmer ganze Welten. Fisch & Bank ist ein Bausatz, der – sobald er einmal zusammengeschraubt ist – im Spiel verwandelt werden kann. Zusammen mit Tüchern und Wäscheklammern lassen sich nach eigenen Vorstellungen Kulissen für Rollenspiele bauen. Die Verbindungselemente aus Blech sind auch einzeln erhältlich, damit sie selbst mit Holzelementen in den gewünschten Dimensionen bestückt werden können.

Das Prinzip hinter dem Design von Fisch & Bank ist genauso offen: Im Unterschied zu patentgeschützten Entwürfen erlaubt es Open Design, auf den Ideen anderer aufzubauen und diese weiterzuentwickeln. Deshalb stehen für das Projekt Baupläne und Anleitungen frei zur Verfügung.
Diplomarbeit [2017]
Bauanleitung [pdf]   3D-Daten [step]   Theoriearbeit [pdf]

Senderhalsband für den Herdenschutz

Seit der Rückkehr der Grossraubtiere in der Schweiz kommt es regelmässig zu Schäden an Nutztieren. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat ein Präventionsprogramm entwickelt, mit welchem Herdenschutzmassnahmen gezielt gefördert und unterstützt werden. Herdenschutzhunde sind ein zentrales Element in diesem Programm.

Um einen Herdenschutzhund optimal auf seine Aufgabe vorzubereiten, wird ein spezialisiertes Senderhalsband zur Prüfung seiner "Charakterreife" eingesetzt. Es zeichnet Standortdaten von Schaf und Hund sowie dessen Bellen auf. So kann die Distanz des Hundes zur Herde und sein Verhalten bei Störungen analysiert werden. Entsprechend werden dann Optimierungen in Zucht und Ausbildung vorgenommen.

Auf Basis bestehender Elektronik entstand ein markttauglicher und produktionsreifer Prototyp für ein Senderhalsband. Das Halsband wird nun getestet und soll zukünftig in der Schweiz, Östereich, Frankreich und Italien zum Einsatz kommen.
Auftraggeber: tsas, Fachochschule für Informatik Biel, Agridea In Kollaboration mit Andreas Hettelingh [2016]

Cargokit for children

Mit dem Cargokit können Kinder auf einfache Art und Weise ein Gefährt bauen. Das Projekt soll von klein an den kreativen Umgang mit Objekten fördern; Die einzelnen Komponenten laden dazu ein, diese mit anderen Gegenständen selbst zu erweitern. Zudem basiert Cargokit auf dem System der Plattform OpenStructures, auf der zueinander kompatible Bauteile zur freien Verfügung stehen. Objekte können so bis ins Erwachsenenalter den entsprechenden Bedürfnissen angepasst werden.
In Kollaboration mit Robyn Günther [2016]

Scanner - Leuchte

Diese Tischleuchte ist die Metamorphose eines "defekten" Flachbettscanners und weiterer Fundstücke. Das Projekt zitiert die vorprogrammierte Lebensdauer von elektronischen Geräten.
[2014]

Tauchsieder sono

Im Keramikkörper von Sono wird ein Heizelement aufbewahrt. Wie beim klassischen Tauchsieder kann damit Wasser in jedem beliebigen Gefäss erhitzt werden. Wasser und Energie wird so gezielt eingesetzt und ein Umschütten entfällt. Der Sensor am Heizelement misst die Temperatur im Wasser und schaltet beim Erreichen des Siedepunkts ab.
In Kollaboration mit Tobias Kauer [2014]

Design & Politik

Im chilenischen Patagonien initiierten wir mit der Mikromodemarke Hosh ein Projekt zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung durch Plastiktüten. Eine Problematik, die in Europa kaum bekannt ist: Plastiktüten werden an unterschiedlichen Hotspots von Winden erfasst, um sich dann in der Landschaft oder im Meer nach und nach in den Nahrungsmittelkreislauf zu integrieren. Unsere Petition forderte ein Verbot von Plastiktüten in der Region. Dazu entstand eine Fotoabfolge zur Sensibilisierung der Bevölkerung. Um Alternativen zu den herkömmlichen Plastiktüten aufzuzeigen, entstanden zudem zwei Produktentwürfe.

Mit Hilfe der einzelnen Projektbestandteile und der Wirkung der Medien wurde innerhalb kürzester Zeit eine Verordnung zum Verbot von Plastiktüten angenommen. Jegliche im Handel befindlichen Formen von Tüten wurden innerhalb eines Jahres durch wiederverwendbare Taschen ersetzt. Dadurch, dass Punta Arenas die Hauptstadt der Region ist, hat diese Regelung Vorbildcharakter für Gemeinden in ganz Patagonien.
In Kollaboration mit Cynthia Macías Leiva [2013]

Form und Name der wiederverwendbaren Einkaufstasche Bolsa Camiseta stellt eine Verbindung zu herkömmlichen Plastiktüten her. Sie besteht aus recycelten Werbeplanen – ähnlich dem Konzept der Firma Freitag. Mit einer einfachen Nähmaschine produzierbar wird sie bis heute verkauft.

Der zweite Entwurf für eine Brottasche kam nie über den Mockup-Status hinaus. Der Chilene isst viel Brot, welches er alle zwei Tage in Plastiktüten vom Bäcker beziehungsweise vom Supermarkt mit nach Hause bringt. Diese meist kleinen Brötchen werden gleich in den verknoteten Plastiktüten aufbewahrt damit diese nicht hart werden. Die wiederverwendbare Version nimmt die Gewohnheit des Verknotens auf. Zwei Laschen dienen gleichzeitig als Trageriemen für den Heimweg vom Bäcker.

Wasserwecker

Wasserwecker basieren auf dem Prinzip der galvanischen Zelle und erzeugen ihren elektrischen Strom selbst. Wie beim bekannten Schulexperiment mit der Zitrone entsteht Elektrizität, indem Flüssigkeit eine chemische Reaktion zwischen den Metallen Kupfer und Zink auslöst. Um den Prozess aufrecht zu erhalten sollte die Flüssigkeit des Weckers alle neun Monate und die Metallplätchen alle fünf Jahre ausgewechselt werden. Der Glasbehälter kann dazu einfach abgeschraubt werden.

Bieröffner

Mit einem Magneten am Bieröffner können die Deckel gesammelt und bei Gelegenheit recycelt werden. Das Konzept entstand für das Studien-Aufnahmeverfahren an der Ecole Cantonale d'Art Lausanne ECAL.
[2014]

Hocker

Obwohl Bugholz- und Metallelement nicht konstruktiv miteinander verbunden sind bildet sich eine stabile Verschränkung. Hinsichtlich Formalität und Materialität ist der Hocker ein Spiel mit Kontrasten und wirkt in seiner Gesamtform trotzdem als Einheit.
[2015]

Am Rand

Industrial Design formt Ränder. Obwohl ein Produkt einen physischen Rand besitzt, kommuniziert es am Rand und durch ihn hindurch mit seiner Umwelt.
Für das Studien-Aufnahmeverfahren an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK sollte zum Rahmenthema "Am Rand" der eigene Bezug zu Design aufgezeigt werden.
[2014]

Landschaftsarchitektur

Als Landschaftsbauzeichner half ich mit bei der Konkretisierung einer Vielzahl von Projekten. Darunter befindet sich beispielsweise die Neugestaltung der Panzernashornanlage des Zoos Basel, der Ersatzneubau der Siedlung Grünmatt (Familienheimgenossenschaft Zürich) oder die Neugestaltung des Seeufers in Schmerikon. Für letzteres Projekt entwarf ich während der Ausführungsplanung das Parkettierungsmuster für den Sandsteinbelag. Das wellenartige Fugenbild stellt eine Verbindung zum See her und nimmt gleichzeitig die Linienführung der Sitzstufen auf.

Anstellungen in folgenden Landschaftsarchitekturbüros: Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten.
Heute Studio Vulkan [2003-2008]
4d Landschaftsarchitekten, Bern.
Heute extrā Landschaftsarchitekten und
Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten [2009-2011]
Weber + Brönnimann Ingenieure und Landschaftsarchitekten [2014]

Info

Claude Brechbühl [1987]
Bachelor of Arts in Industrial Design, Landschaftsbauzeichner EFZ
cb@claudebrechbuehl.ch
Creative Commons Lizenzvertrag
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